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Quelle: Weser Kurier am 15.03.08  

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"De Liefde" kommt bald wieder

BREMEN. Und plötzlich war es weg. Von einem Tag auf den anderen, ohne dass irgendjemand sagen konnte, wo das Schiff abgeblieben ist. Vier Jahre lang lag es hinter der Eisenbahnbrücke am linken Weserufer, dort, wo früher die Masten der "Schulschiff Deutschland" aufragten. Wer vorbeikam, hat sich seine Gedanken gemacht: Was wird da nur draus, was haben die vor? Jetzt ist der Anleger frei, rätselhaft, denn eigentlich ist das Schiff manövrierunfähig.Egal, wen man gestern fragte - das Wasser- und Schifffahrtsamt, zuständig für die Weser im Stadtgebiet; den Hafenkapitän, der sich um die ein- und ausgehenden Schiffe kümmert; oder die Hafengesellschaft bremenports, sie hat im Auftrag des Senats für rund 200 000 Euro einen Anleger und die Zugangsbrücke für das verschwundene Schiff gebaut. Keine von diesen sonst stets gut unterrichteten Stellen konnte sich einen Reim darauf machen, warum und vor allen Dingen wohin "De Liefde", so heißt das 1941 gebaute Schiff, verschwunden ist. Es ist ja nicht gerade klein, ein Dreimaster immerhin, 52 Meter lang und knapp neun Meter breit.Aufklärung bringt Erika Schulz. Sie betreibt den Schleppbetrieb Unterweser (SBU). "Wir haben das Schiff zur BBS-Werft nach Bardenfleth gebracht", sagt die Firmenchefin. Am helllichten Tag, ganz normal, es war am Donnerstag vergangener Woche. Von Bardenfleth werde der rote Dreimaster noch in diesem Monat wieder zurück zum Anleger geschleppt. Dass die Ämter das nicht wissen, versteht Erika Schulz nicht: "Komisch, die mussten doch die Genehmigung erteilen."Der Eigner des Schiffes ist Ward van der Velden, ein Holländer. Er hat das ehemalige Küstenmotorschiff, das später zum Großsegler umgebaut wurde, nach Bremen gebracht und will es zu einem schwimmenden Restaurant ausbauen. Die Arbeiten gehen aber offenbar nur zäh voran. "Die Küche fehlt noch", sagt van der Velden. Deshalb beschränkt er sich auf den sonntäglichen Bistrobetrieb und auf die Vermietung an Partygesellschaften. "Das läuft sehr gut", freut sich der Holländer und kündigt an, noch in diesem Jahr das Restaurant zu eröffnen. Es könnte also langsam was werden mit der Gastronomie, sobald das verloren geglaubte Schiff nach den Inspektionsarbeiten am Rumpf in den nächsten zwei Wochen wieder in der Stadt auftaucht.