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"De Liefde" kommt
bald wieder
BREMEN. Und plötzlich war es weg. Von einem Tag
auf den anderen, ohne dass irgendjemand sagen konnte, wo das Schiff
abgeblieben ist. Vier Jahre lang lag es hinter der Eisenbahnbrücke am
linken Weserufer, dort, wo früher die Masten der "Schulschiff
Deutschland" aufragten. Wer vorbeikam, hat sich seine Gedanken gemacht:
Was wird da nur draus, was haben die vor? Jetzt ist der Anleger frei,
rätselhaft, denn eigentlich ist das Schiff manövrierunfähig.Egal, wen
man gestern fragte - das Wasser- und Schifffahrtsamt, zuständig für die
Weser im Stadtgebiet; den Hafenkapitän, der sich um die ein- und
ausgehenden Schiffe kümmert; oder die Hafengesellschaft bremenports,
sie hat im Auftrag des Senats für rund 200 000 Euro einen Anleger und
die Zugangsbrücke für das verschwundene Schiff gebaut. Keine von diesen
sonst stets gut unterrichteten Stellen konnte sich einen Reim darauf
machen, warum und vor allen Dingen wohin "De Liefde", so heißt das 1941
gebaute Schiff, verschwunden ist. Es ist ja nicht gerade klein, ein
Dreimaster immerhin, 52 Meter lang und knapp neun Meter
breit.Aufklärung bringt Erika Schulz. Sie betreibt den Schleppbetrieb
Unterweser (SBU). "Wir haben das Schiff zur BBS-Werft nach Bardenfleth
gebracht", sagt die Firmenchefin. Am helllichten Tag, ganz normal, es
war am Donnerstag vergangener Woche. Von Bardenfleth werde der rote
Dreimaster noch in diesem Monat wieder zurück zum Anleger geschleppt.
Dass die Ämter das nicht wissen, versteht Erika Schulz nicht: "Komisch,
die mussten doch die Genehmigung erteilen."Der Eigner des Schiffes ist
Ward van der Velden, ein Holländer. Er hat das ehemalige
Küstenmotorschiff, das später zum Großsegler umgebaut wurde, nach
Bremen gebracht und will es zu einem schwimmenden Restaurant ausbauen.
Die Arbeiten gehen aber offenbar nur zäh voran. "Die Küche fehlt noch",
sagt van der Velden. Deshalb beschränkt er sich auf den sonntäglichen
Bistrobetrieb und auf die Vermietung an Partygesellschaften. "Das läuft
sehr gut", freut sich der Holländer und kündigt an, noch in diesem Jahr
das Restaurant zu eröffnen. Es könnte also langsam was werden mit der
Gastronomie, sobald das verloren geglaubte Schiff nach den
Inspektionsarbeiten am Rumpf in den nächsten zwei Wochen wieder in der
Stadt auftaucht.
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